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Der Geologe Thomas Siepelmeyer und der Theaterautor und Aktivist Maishe Maponya an einem schwefelhaltigen Bergeteich vor riesigen Gold-Abraumhalden.

Bild: ZDF



ZDF Film ĂĽber Goldbergbau, So., 23.10.2011, 13.30 Uhr

 

planet e. ZDF

 

"Der Fluch des Goldes", Erstsendung So. 23.10.2011

ZDF - Mediathek: www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1471214/Der-Fluch-des-Goldes

 

Gold hat für ihn die Farbe grün. Der Geologe Thomas Siepelmeyer will Goldschmiede und Juweliere davon überzeugen, nur Gold zu verarbeiten, das umwelt- und sozialverträglich gewonnen wurde. Grünes Gold. Beziehen lässt sich das gefragte Edelmetall von Goldsuchern, die es per Hand aus den Flüssen waschen, zum Beispiel in den argentinischen Anden. Das ist zwar mühsam, und die Ausbeute ist gering, aber es gibt keinen Einsatz von Chemikalien und keine Umweltverwüstung. Und die Nachfrage steigt langsam an - vor allem bei jungen Paaren. Denn für einen gewöhnlichen Ehering fallen sonst bis zu zehn Tonnen Abraum an. Erde, die manchmal auch mit Uran und anderen Schwermetallen versetzt ist. Eine Vorstellung, die für viele nicht sehr romantisch klingt.

 

 



Unweit von Johannesburg. In einem Becken hat sich radioaktives Wasser angesammelt. Verseucht durch Uran und andere Schwermetalle, die aus den Goldminen kommen.

Bild: ZDF


Romantik und sonstige Sentimentalitäten sind den Goldbrokern herzlich egal. Sie bedienen mit Hochdruck einen der profitabelsten Märkte der Welt. Denn seit Jahren steigt der Preis für Gold scheinbar unaufhaltsam in schwindelnde Höhen. Grund ist die Angst der Anleger, die sich angesichts von Bankenkrisen und weltweiter Schuldenberge massiv vor einer Inflation fürchten und für ihr Geld lieber das Edelmetall kaufen.

 

planet e. schaut sich diesen boomenden Goldmarkt näher an: Wo kommt das Gold eigentlich her? Wie und unter welchen Arbeitsbedingungen wird es gefördert, und wie funktioniert der Handel? In Südafrika zeigt Thomas Siepelmeyer das grösste Goldfeld der Erde: Im Witwatersrand-Gebiet bei Johannesburg wurden bis heute mehr als 40.000 Tonnen Gold abgebaut. Hier fressen sich die Schächte immer tiefer in die Erde.




Egoli - City of Gold (Johannesburg)

Bild: ZDF



Der steigende Goldpreis macht die Förderung heute selbst unter schwierigsten Bedingungen profitabel. Siepelmeyer zeigt, wie mit grösstem technischem Aufwand in 3500 Metern Tiefe das Edelmetall gefunden und ans Tageslicht gebracht wird. Und welche Konsequenzen das für die Arbeiter und die Umwelt hat. Für elf Gramm Gold muss eine Tonne Gestein an die Oberfläche transportiert und aufgebrochen werden, teils mit aggressiven chemischen Substanzen.




In der Minenbahn der Goldmine von Goldfields, Schacht "Kloof 4", ca. 3500m tief

Bild: ZDF



Und es wird nicht besser werden. Denn längst gibt es einen Massenmarkt für Gold. Als einer der profiliertesten Analysten der Szene gilt der Goldfondsmanager Joachim Berlenbach. Er gründete in der Schweiz die Firma Earth Resource Investment und kennt die Hintergründe des Goldhandels wie kaum ein anderer. Der Film begleitet Berlenbach bei seinem Besuch einer Mine in Kanada. Jedes Jahr macht der Manager Vor-Ort-Besuche bei den Gold-Companys, um sie anschliessend für Anleger zu bewerten. Berlenbach schaut, wie die Abbaumethoden sind, wie teuer die Produktion ist, und was neben Gold in der Mine noch gefördert werden kann. Und er weiss auch genau, welche Umweltzerstörung die Förderung des Edelmetalls mit sich bringen kann.

 

 

 




Die Aktivistin Mariette Liefferink und der Geologe Thomas Siepelmeyer besuchen eine Siedlung auf einer uranhaltigen Deponie (Abfälle des Gold- und Uranbergbaus)

Bild: ZDF




Jörg Eggimann, Bern, Schweiz

KMU-Magazin_09_2010_Joerg_Eggimann.pdf   153 K

Ă–koinstitut Freiburg: eco@work Mai 2011

oekoinstitutfreiburg_epaper.pdf   1.5 M

Goldschmiede Zeitung - Das Magazin fĂĽr Schmuck und Uhren
GZRoundtable2011.pdf   276 K
GZ0910_Brennpunkt.pdf   0.9 M
GZ1008_Brennpunkt-1.pdf   1.1 M

Verbraucherinitiative

VERBRAUCHER INITIATIVE informiert ĂĽber grĂĽnen Schmuck

 

Berlin, 17. September 2010. In der Sommerzeit, wenn wieder viele Menschen zu Ja-Sagern werden, haben Goldschmiede und Juweliere Hochkonjunktur. Mehr als 300.000 Eheschließungen gibt es in Deutschland jährlich. Dabei wiegt der Ehering häufig schwerer als so manches Brautpaar ahnt. Auf www.nachhaltig-einkaufen.de informiert die VERBRAUCHER INITIATIVE über Hintergründe des Goldabbaus und gibt Tipps zum nachhaltigen Schmuckkauf.

Romantische Goldgräber-Phantasien gehören beim Goldabbau der Vergangenheit an. Heutzutage graben sich riesige Bagger durch die Landschaft, um ganze Gesteinsschichten abzutragen und hinterlassen wahre Mondlandschaften. „Durchschnittlich 20 Tonnen Abraum werden für die Herstellung eines Goldrings produziert. Um das Gold aus dem Gestein zu lösen, werden hochgiftige Chemikalien, zum Großteil Zyanid, eingesetzt.“, erklärt Judith Hübner von der VERBRAUCHER INITIATIVE. Daneben wird nach wie vor in Zehntausenden kleiner Goldminen vor allem in Asien, Lateinamerika und Afrika Quecksilber in einer Größenordnung von bis zu 1.000 Tonnen pro Jahr verwendet. So wird Stück für Stück die Lebensgrundlage vieler Menschen durch den Goldabbau zerstört. Der derzeit hohe Goldpreis führt dazu, dass immer mehr Minen entstehen und die Umweltzerstörung vorangetrieben wird.

Wer den Bund des Lebens nicht auf dem Rücken anderer Menschen und der Umwelt besiegeln will, hat die Möglichkeit, Ringe aus fair gehandeltem und „grünem“ Gold zu kaufen. Zudem können alte Schmuckstücke umgearbeitet bzw. Schmuckstücke aus recyceltem Gold erworben werden.

Auf www.nachhaltig-einkaufen.de finden Interessierte weitere Informationen zum Thema Umwelt- und Sozialverantwortung in der Schmuckbranche sowie praktische Tipps und Adressen zum nachhaltigen Einkauf.

 

Verbraucherinitiative - nachhaltig einkaufen

 


aus: ultimo Stadtmagazin MĂĽnster, 07/2009

Artikelultimo1.pdf   4.9 M
Artikelultimo2.pdf   299 K

Brazil Gems - Jutta Werling-Durejka

artikelFT.pdf   0.9 M

WAZ - Bericht 25.02.2005



Entwicklungshilfe in den Anden leistet Heinrich Kleine-Hering seit 20 Jahren. Vielleicht, sagt der gebĂĽrtige Bueraner, kehrt er in nicht allzu ferner Zukunft zurĂĽck.

Ein StĂĽck Zukunft - fĂĽr 25 Gramm Gold oder drei Lamas

Das argentinische Hochland, karg und einsam, ist die neue Heimat von Heinrich Kleine-Hering. Seit 20 Jahren arbeitet der Bueraner in den Anden, leistet Entwicklungsarbeit. Nun führt er auf den Dörfern die Solartechnik ein. Mit Mitteln auch aus Gelsenkirchen.

"Einen kleinen, bescheidenen Wohlstand" erreiche die Bevölkerung - fast ausschließlich indianischer Herkunft - durch die Unterstützung der Organisation "Eco Andina", berichtet der 53-Jährige. Er ist einer der Mitarbeiter. Gemeinsam hätten die Helfer auf 4000 Metern Höhe "ein Schneeballsystem in Gang gesetzt".

In über 40 Dörfern stehen bereits kleinere und größere Solar-Kollektoren, finanziert zum Teil durch Spenden, etwa Solarläufen in Gelsenkirchen. Sie erleichtern den Bewohnern das Leben erheblich, sagt Kleine-Hering. Die Häuser aus Lehmziegeln haben nun Strom und Telefon, Schulen werden geheizt, Felder können bewässert werden. Dank der aufgestellten Solarkocher, Solarheizungen, Solarpumpen.

Die Folgen seien überall sichtbar. Kinder, die bislang frühmorgens Holz für Heizungen sammeln oder Wasser ins Dorf schleppen mussten, könnten sich nun auf die Schule konzentrieren. Erwachsene, die Lebensmittel stets in den Tälern kaufen mussten, bestellten nun eigene Felder. Und Böden, die verwüsteten, weil die Menschen alles Grün ausrissen, um Feuer zu machen, blieben nun verschont.

Die Technik mache ihren Weg. "Man muss sie nur vorfĂĽhren", sagt der Helfer. Die Bewohner, schnell von den Vorteilen ĂĽberzeugt, kauften sich die Kollektoren nun auch selbst - fĂĽr den Gegenwert von 25 Gramm Gold, das sie aus FlĂĽssen waschen, oder drei Lamas, die sie zĂĽchten.

Kleine-Hering bezeichnet sich als " Umwelt-Aktivisten". Seinen Blick auf die Natur, auf den Naturschutz, habe er seinem Lehrer auf dem Max-Planck-Gymnasium, Heinrich Ermeling, zu verdanken. Nach dem Abitur 1971 studierte er dann Geographie und Physik auf Lehramt, wechselte nach dem ersten Staatsexamen aber auf die Fächer Hydrologie und Geologie. Praktika führten ihn dabei erst nach Spanien, dann nach Südamerika: "Da bin ich mit der Versteppung konfrontiert worden."

Nach dem Studium Mitte der 80er Jahre nutzte Kleine-Hering Kontakte in Südamerika, um dort Fuß zu fassen, sich zu engagieren. Dabei baute er zunächst in der entlegenen Anden-Region die Wasserversorgung auf, als dann in den 90ern die Solartechnologie aufkam, setzte er auf sie - und führt sie seither im Hochland ein.

Alle gut zwei Jahre besucht er Gelsenkirchen, so wie jetzt, berichtet von seiner Arbeit in der Ferne. Sie reize ihn noch immer, sagt der verheiratete Familien-Vater. Und doch könne es sein, dass er, in nicht allzu ferner Zukunft, wieder zurückkehrt, von hier aus ein Umwelt- oder Solar-Projekt in der so genannten Dritten Welt steuert. "Die Debatte in der Familie" sei angestoßen. Denn in einigen Jahren wollen die Töchter studieren. In Bochum.

WAZ-Bild: Martin Möller

23.02.2005

Von Michael Muscheid ZeitGEnosse


Ă–KO - Test 12/04 - Kurz & gut: Fairer Schmuck (S. 100)

Schmuck gehört zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. Doch die Gewinnung der Rohstoffe hat teilweise mit Friede und Freude wenig zu tun. In Ländern wie Angola, Sierra Leone und Kongo tragen Diamanten zur Finanzierung von Waffenimporten bei, ausbeuterische Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit sind an der Tagesordnung, und bei der Goldgewinnung gibt es Umweltprobleme, wenn das Edelmetall mit giftigen Chemikalien ausgelöst werden soll. Es gibt aber auch garantiert saubere Alternativen. Die Initiative Fair Trade in Gems and Jewelry treibt fairen Handel mit Edelsteinen und Edelmetallen.

 

Ăśber die Initiative und bei rund 20 Goldschmieden ist fairer Schmuck zu erhalten.

Ein Themenspezial zu diesem Thema hat die Verbraucherinitiative zusammengestellt.

 

"Verbraucherinitiative"

 

 

 

Goldschmuck gibt es auch aus umweltfreundlicher Produktion

 

GARTEN & UMWELT

 

Berlin (dpa/gms) - Goldschmuck gibt es auch aus umweltschonender Produktion. Das Edelmetall wird dabei mit Hilfe der so genannten Schwerkrafttrennung gewonnen, so der Bund fĂĽr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin.

Quecksilber kommt in diesem Verfahren, das auch für die Gewinnung von Silber verwendet wird, nur in geschlossenen Kreisläufen zum Einsatz. Für entsprechend hergestellte Schmuckstücke bürgt das Siegel «fair&green» des Netzwerks «Fair Trade in Gems and Jewelry» mit Sitz in Greven.

Wird Gold oder Silber auf herkömmliche Art gewonnen, geschieht das dagegen unter Einsatz von giftigen Chemikalien wie Zyanid. Die Stoffe werden danach als Rückstände in Halden oder Auffangbecken gelagert. Undichte Stellen oder der Bruch von Rückhaltedämmen können den Naturhaushalt in der betroffenen Region schlagartig zerstören.

 

Fair Trade in Gems and Jewellery: www.faire-edelsteine.de

 

Schwarzwälder Bote 14.07.2005 09:40

 

ebenso Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau, Bonner Generalanzeiger, Leipziger Volkszeitung, Landsberger Tagblatt, Illertisser Zeitung, Neu-Ulmer Zeitung, NRZ – Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung, Westdeutsche Zeitung, WAZ – Westdeutsche Allgemeine u.v.m.

 

 

dpa/serviceline vom 14.07.2005 09:40

 

 

 

 

Luxus fĂĽr eine bessere Welt

 

 

Reckenfeld - Wer sich einen "Brilli" oder eine schmucke Kette leistet, denkt meistens ĂĽber eines nicht nach: "Wo kommt der edle Stein her, wie wurde er abgebaut, wer hat ihn weiterverarbeitet?"

 

Gehört es bei Kaffee oder Teppichen längst zum guten Ton und nicht zuletzt auch zum Geschäft, fair gehandelte Waren anzubieten, führen verantwortungsvoll produzierte und fair gehandelte Edelsteine und Schmuckstücke noch ein Nischendasein. Der Reckenfelder Diplom-Geologe Thomas Siepelmeyer hat genau diese Nische besetzt, verbindet politisch und sozial verantwortungsvolles Handeln mit seinem Broterwerb.

 

Das fĂĽnfte "C"

 

1999 gründete er die Initiative "Fair Trade in Gems and Jewelry", die den klassischen vier C´s des Diamantenhandels " "Carat, Color, Clarity, Cut" (Karat, Farbe, Reinheit, Schliff) " ein fünftes C beschert: C wie "conflict free, child labour free, corruption free" oder Diamantengewinnung und -verarbeitung unter sozialen und Umweltaspekten, frei von Konflikten, Korruption und Kinderarbeit.

 

Durch seine jahrelange Entwicklungshilfetätigkeit als Berater im Bergbau in Südamerika und in Afrika ist er auf die Problematik aufmerksam geworden. Natürlich sind die üblichen im Handel erhältlichen Steine und Edelmetalle nicht automatisch von Kinderhänden geschliffen, unter nicht vertretbaren Umständen geschürft und abgebaut worden. "Nach Schätzungen der ,International Labour Organisation´ arbeiten aber weltweit rund 13 Millionen Menschen im so genannten Kleinbergbau, wo im Familienverbund oder in kleinen Gemeinschaften mit wenig Maschinen und per Handarbeit die Rohstoffe gewonnen werden", erzählt der Reckenfelder.

 

Während die Edelmetalle in Südamerika, vor allem in Bolivien, Argentinien oder Peru, abgebaut werden, kommen Diamanten und Edelsteine aus dem Süden Afrikas, vornehmlich von Bergbaukooperativen in Lesotho, Sierra Leone, Madagaskar oder Tansania. Geschliffen werden sie dann in Indien.

 

Politische Unruhen

 

Die besonderen Gegebenheiten in den Produktionsländern erfordern einige Kenntnis, Ausdauer und Verhandlungsgeschick. So kann es durchaus sein, dass der "Nachschub" aus einigen Ländern aufgrund politischer Unruhen oder unklarer Machtverhältnisse für einige Monate zum Erliegen kommt.

 

Auch das hat die Erfahrung gezeigt: Knallharte Vorschriften führen nicht zum Erfolg. "So schön es wäre: Es bringt nichts, den Leuten zu erzählen, sie müssen sofort die Kinderarbeit abschaffen. Effektiver ist eine Vereinbarung, jetzt weniger und in vier Jahren gar keine Kinder mehr zu beschäftigen. Die Richtung muss stimmen, das zeigt auch die Erfahrung im Teppichhandel", meint Siepelmeyer.

 

Denn Vertrauen und Wissensfluss sind wichtig. "Wir müssen den ganzen Weg über die Kontrolle behalten, garantieren, dass Produktion und Handel in einer Hand bleiben", erklärt der Geologe. Denn: Wo kein Zwischenhandel stattfindet, könnten die fair gehandelten Steine zu normalen Marktpreisen verkauft werden, obwohl sie aufwendiger hergestellt sind.

 

Womit Siepelmeyer eine der zentralen Aufgaben nennt: Ein Netzwerk mit Edelsteinkundlern, Geologen, Goldschmieden und Ingenieuren ist aufgebaut. Damit das System funktioniert, muss die Ware aber auch verkauft werden. "Wir haben Händler angeschrieben, haben bei möglichen Zielgruppen die Werbetrommel gerührt", berichtet der Reckenfelder. Er besetzt mit dem fairen Edelstein- und Edelmetall-Handel eine Nische, und dort muss er auch die potentiellen Kunden suchen. Da kann ein Artikel im Greenpeace-Magazin schon einmal für Nachfrage sorgen.

 

Fast 20 Partner

 

Ein toller Erfolg: Rund 15 Partner-Goldschmieden und Juweliere gibt es bereits in Deutschland, dazu Händler in Dänemark, in England und in den USA. Noch ist seine Initiative, da macht sich Thomas Siepelmeyer nichts vor, ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Anfang aber, der ist allemal geschafft.

Christian Busch

 

www.faire-edelsteine.de

 

Als ein Kooperationspartner von "Fairtrade" agiert unter anderem der Grevener Juwelier Martin Breuch. Am Freitag und Samstag, 7. und 8. Februar, stellt er in seinem Geschäft im Overberghaus Edelsteine und Schmuckstücke der Initiative aus. Auch Thomas Siepelmeyer ist vor Ort und informiert Interessierte über seine Arbeit. Der Edelsteinschleifer Gerd Hörnlein bietet außerdem nach vorheriger Absprache auch Vorführungen an. Informationen bei Martin Breuch unter Tel. (02571) 2712.

 

Mittwoch, 29. Januar 2003 | Quelle: Grevener Zeitung (Greven)

 


Deutschlandfunk Februar 2003

6.2.2003 • Journal am Vormittag - Marktplatz

Mit gutem Gewissen schenken: Gold- und Diamantschmuck

Jule Reimer

Ein Diamant ist unvergänglich... „Ein Diamant ist unvergänglich, ein Menschenleben nicht“: Mit diesem Spruch appelliert die Hilfsorganisation „medico international“ an die Käufer der begehrten Glitzersteine: Sie sollen beim Erwerb kritisch deren Herkunft erfragen.

Denn manch grausamer Bürgerkrieg in Afrika kann nur geführt werden, weil die Kriegsparteien über den illegalen Verkauf von Diamanten ihre Waffen finanzieren können. Auch Goldschmuck hat eine hässliche Seite: Die Ausweitung der industriellen Goldproduktion ging in vielen Entwicklungländern mit der Vertreibung der ansässigen Menschen und der Zerstörung der Umwelt einher. Händler und Goldschmiede sind aktiv geworden und bieten Herkunftsnachweise für Diamanten und Goldschmuck an. Wo kann sich der Kunde informieren? Woher weiß der Laie, dass das angebotene Schmuckstück tatsächlich sein Geld wert ist? Was taugen Diamanten als Geldanlage? Diese und andere Fragen diskutiert Jule Reimer mit Experten im heutigen „Marktplatz“. Teilnehmer:

Dieter Hahn - Präsident der Diamant- und Edelsteinbörse, Idar Oberstein

Uli MĂĽller - FIAN Deutschland eV, Food First Informations- und Aktionsnetzwerk, Herne

Dr. Alfred Schneider - Geschäftsführer des Bundesverband Schmuck und Uhren, Pforzheim

Thomas Siepelmeyer - Geschäftsführer Fair Trade in Gems and Jewelry, Greven

Hans-Jürgen Wiegleb - Präsident des Zentralverbandes d. Gold-, Silberschmiede und Juweliere, Wolfsburg

Links zum Thema

Bundesverband Schmuck+Uhren, Pforzheim.

Der Verband vertritt die Schmuckindustrie. Informationen ua. zu den Trends bei Schmuck und Uhren im FrĂĽhjahr 2003.

Email-Kontakt zur Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein über die Homepage möglich

Die Firma "Fair Trade in Gems and Jewelry" ist eine GrĂĽndung von Bergingenieuren, Geologen, Edelsteinkundlern und Goldschmieden, die den Handel mit Edelmetallen und Edelmetallen unter sogenannten "fairen" Bedingungen betreiben wollen. Eine offizielle Zertifizierung als "faires" Handelsunternehmen steht zu diesem Zeitpunkt (Anfang Februar 2003) noch aus.

Zentralverband d. Gold-, Silberschmiede und Juweliere

Die Website bietet Schmucktrends, allgemeine Informationen zum Handwerk

Informationen zur Nichtregierungsorganisation FIAN sowie u.a. zu deren Goldkampagne

Manuskript: Gold und Diamanten als Geldanlage

Von Dieter NĂĽrnberger

Das Geschäft mit Anlagediamanten boomt seit Jahren. Und mit geschickter Werbung lassen sich auch immer wieder neue Käufer finden. Vor zwei Jahren wurde etwa mit der Angst vor dem Euro geworben, heute heißt es schlicht: "Sicher, schön, Diamanten!". Und mit dieser Botschaft versuchen hauptsächlich Verkäufer über Telefon, ihr Geschäft zu machen. Übrigens mit Versprechungen, die kundige Anleger eigentlich von vornherein skeptisch machen sollten, sagt Ariane Lauenburg von der Stiftung Warentest:

Den Leuten werden tolle Wertzuwächse und steuerfreie Renditen versprochen. Beispielsweise schon zehn Prozent in einem halben Jahr! Oft wird sogar angeboten, dass man den Anlagediamanten dann zurückschicken kann und die zehn Prozent von der Anbieterfirma bekommt. Meist ist dies jedoch an den Kauf eines weiteren Diamanten gekoppelt. Die Sache wird also immer teurer und irgendwann sagt die Firma, es gebe im Moment eine Absatzkrise oder sie nimmt den Diamanten aus anderen fadenscheinigen Gründen nicht mehr zurück. Und dann bleibt man auf diesen Anlagediamanten sitzen.

Dabei wirkt alles auf den ersten Blick sehr seriös. Die Anleger erhalten ihren Diamanten eingeschweißt in einer fälschungssicheren Folie. Allerdings sollte der Anleger wissen, dass das Öffnen der Folie notwendig ist, um den Stein beim Juwelier schätzen zu lassen. Doch die Folie und vor allem ein beigelegtes Zertifikat vermitteln dem Anleger erst mal Sicherheit.

Die geben lediglich Auskunft über Farbe, Reinheit, Schliff und Gewicht des Diamanten. Nicht aber über den Preis! Möchte man den Anlagediamanten verkaufen, wird man den einfach in Deutschland nicht los, weil es keinen privaten Verkaufsmarkt für solche Diamanten gibt.

Ähnlich sieht es bei Goldschmuck aus. In Europa sei dafür, anders als beispielsweise in Asien, kein Markt vorhanden. Edle Schmuckstücke und Münzen gelten aber dennoch bei den Deutschen als beliebtes Anlageobjekt. Dabei muss man das Edelmetall nicht unbedingt direkt kaufen, um in Gold anzulegen. Es gibt eben mehrere Möglichkeiten.

Das eine ist der Barren. Da hat man aber immer das Problem, dass man ihn entweder im Bankschließfach oder zu Hause aufbewahren muss. Dann müsste man aber zusätzlich eine Versicherung zahlen. Zinsen bekommt der Anleger keine! Dann kann man natürlich in Aktien der Minenbetreiber investieren. Aber auch dies unterliegt erheblichen Wertschwankungen, auch durch Währungsrisiken. Die dritte Möglichkeit ist dann eine Beimischung zum Wertpapierdepot. Hier würden wir aber höchstens 5 bis 10 Prozent empfehlen, da das Ganze spekulativ bleibt.

Eine grundsätzliche Skepsis der Stiftung Warentest aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre ist somit offensichtlich. Die derzeitige Flucht vieler Anleger ins Gold wird daher ebenso kritisch gesehen. Allenfalls für gutinformierte und spekulative Anleger sei das derzeitige Sechs-Jahres-Hoch die Chance für einen Anlagegewinn.

Wenn man beispielsweise im Dezember Gold gekauft hat, kann man im Januar einen schönen Gewinn realisiert haben. Das ist aber rein spekulativ, aber wegen der schwankenden Goldpreise auch sehr riskant.


Brillianten ohne Blut - Greenpeace Magazin 06/02 (November 2002)

Jeder fünfte Diamant kommt vom Schwarzmarkt, der Erlös fließt oft an Kriegsherren. In Deutschland kennzeichnet nun „fair & green“ „gute Diamanten“.

In einem Bulldozer rasen sechs maskierte Männer auf den Millenium Dome in London zu. Sie walzen den Eingang nieder, werfen im Ausstellungsraum Rauchbomben und schnappen sich die ausgestellten „De Beers“-Diamanten im Wert von 300 Millionen Euro. Doch Scotland Yard kann sie aufhalten. Nun wurden die Gangster für das 16 Monate zurückliegende Verbrechen zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Es wäre der größte Diamantenraub der Geschichte gewesen, berichteten die Medien.

„Nicht ganz“, meint Christian Dietrich von „Partnership Africa Canada“ und vergleicht den Coup mit „einem leiseren und niederträchtigeren, ebenso professionell und noch ertragreicheren Verbrechen, das alljährlich in der Diamantenindustrie stattfindet“. Die Rede ist vom Handel mit den so genannten „Blutdiamanten“, mit denen Kriegsherren ihre Waffen finanzieren. Bis zu 20 Prozent der international gehandelten Steine kommen vom Schwarzmarkt. Allein im Jahr 2000 waren das Rohdiamanten im Wert von gut 1,5 Milliarden Euro. „Der Profit fließt an verbrecherische Unternehmer, Diebe und Mörder in der Dritten Welt, während die einfache Landbevölkerung zusehends verarmt“, sagt Dietrich. In einer soeben erschienenen Studie über den internationalen Diamantenhandel nennt er als Beispiele die Kriegsherren in Angola, im Kongo (Ex-Zaire) und in der Zentralafrikanischen Republik.

Korrupte Politiker, kriminelle Netzwerke, Bürgerkriegsparteien und auch Militärs aus den Nachbarländern – sie alle mischen immer mit im Diamantenschmuggel, denn die handlichen Steine können leicht und unauffällig ins Ausland gebracht und zu Bargeld gemacht werden. So kommt es, dass auch Länder wie Uganda, Ruanda, Sambia und Burundi offiziell Diamanten exportieren, obwohl es hier gar keine Vorkommen gibt. Allzu oft werden vom Erlös neue Waffen gekauft, um Kriege zu führen und Eindringlinge weiterhin von der Quelle des umkämpften Reichtums – den Minen – fernzuhalten. Hunderttausende sind in den so angeheizten Kämpfen ums Leben gekommen.

Den glitzernden Steinen im Schaufenster des Juweliers sieht anschließend kein Kunde mehr an, woher die Diamanten kommen – und wer von ihnen profitierte. Seit diesem Sommer bietet allerdings Thomas Siepelmeyer von „Fair Trade in Gems and Jewellery“ in Deutschland eine Alternative. Er gründete die erste und derzeit international einzige Firma, die ihren Kun-den den Weg jedes einzelnen Schmuckstücks von der Mine über die Verarbeiter bis in den Laden aufschlüsseln kann.

Schätzungen zufolge gehen 60 bis 70 Prozent der konventionell gehandelten Diamanten durch die Hände des alles beherrschenden Konzerns De Beers. 1998 und 2000 enthüllten die Organisationen „Partnership Africa Canada“ und „Global Witness“ in Studien, dass auch De Beers vom Handel mit den illegalen Diamanten profitierte. Seither meidet das international agierende Unternehmen offenbar die Blutdiamanten. Seine marktbeherrschende Stellung verteidigt es allerdings weiterhin mit rüden Methoden. So müssen die ausgewählten Händler, die persönlich zu den monatlichen Verkaufsgesprächen eingeladen werden, die festgelegten Preise einfach akzeptieren, berichtet Thomas Siepelmeyer. Wem das nicht passt, der wird früher oder später ausgeschlossen. In dem durch Apartheid groß gewordenen Konzern mussten südafrikanische Minenarbeiter noch 1996 unter sklavereiähnlichen Bedingungen schuften. Inzwischen haben sich die Verhältnisse allerdings etwas gebessert. De Beers hat zumindest in einigen Bergwerken das Röntgen der Minenarbeiter abgeschafft, die damit an Diebstählen gehindert werden sollten. Ehemalige Arbeiter wollen nun Klage gegen den Konzern einreichen, denn Tausende von ihnen seien an Krebs erkrankt und führen dies – gestützt durch die Untersuchungen eines namibischen Arztes – auf die Strahlenbelastung beim Röntgen zurück. Die Klage ist ihrer Ansicht nach nötig, da De Beers sich bisher weigere, Entschädigungen zu zahlen.

Auch Musi Mothebeli arbeitete für de Beers in Südafrika, bis er 1980 während einer Wirtschaftskrise entlassen wurde. Doch statt wie andere in südafrikanischen Slums zu verelenden, kehrte Mothebeli ins heimatliche Lesotho zurück und gründete dort gemeinsam mit anderen De-Beers-Veteranen die Liquobong-Diamanten-Kooperative. 74 Frauen und 15 Männer, im Schnitt 65 Jahre alt, schürfen heute in einer alten Fundstätte, die De Beers schon 1950 als nicht mehr lukrativ ansah und aufgab. Da in der Kooperative alle gleichberechtigt sind, sitzt täglich ein anderer auf dem erhöhten Aufseherstuhl hinter den Sortiertischen, an denen die Diamanten aus dem Schlamm herausgesucht werden.

Thomas Siepelmeyer lernte die Kooperative 1994 kennen und war auf Anhieb begeistert. Der Geologe beriet seit Jahren für Hilfsorganisationen Betreiber von Kleinbergwerken, um ihre Produktionsweise ökologisch und sozial zu verbessern. Liquobong „war ein Musterbetrieb“. Denn im primitiven Kleinbergbau ist Kinderarbeit sonst weit verbreitet, und auch erwachsene Arbeiter werden oft wie Sklaven behandelt. Damals dachte er: „Es ist doch ein Mehrwert, wenn Schmuck ökologisch hergestellt und fair gehandelt wird. Man müsste dafür einen Markt schaffen.“

Heute hat er die Vision verwirklicht. 15 Juweliere in der Nähe von Essen bieten unter dem Siegel „fair & green“ neben Diamanten auch Gold und Silber aus ökologisch operierenden Kooperativen in Bolivien sowie Farbedelsteine aus Dorfgemeinschaften in Tansania und Madagaskar an. Dass die Firma die hohen Standards, die sie sich selbst setzt, auch einhält, überprüft und zertifiziert demnächst die unabhängige „Fair Trade Labeling Organisation“.

Auch für die konventionellen Diamanten soll es bald ein Kontrollsystem geben, auf das sich die EU und 35 am Edelsteingeschäft beteiligte Staaten einigten. Weil aber keine regelmäßigen und unabhängigen Kontrollen vorgesehen sind, „verlieren die Herkunftszertifikate an Glaubwürdigkeit“, kritisiert „Partnership Africa Canada“. Ungelöst bleiben ökologische und soziale Probleme, die es außer im Bergbau auch bei der Weiterverarbeitung gibt.

Knapp 80 Prozent der weltweit gewonnenen Diamanten werden in den indischen Städten Bombay und Surat geschliffen – in dunklen Verschlägen ohne ausreichend Licht oder Belüftung, ohne Schutz gegen ätzende Chemikalien und den Diamantenstaub, der sich in der Lunge absetzt. Sieben Tage die Woche, 16 Stunden täglich arbeiten eine Million Schleifer und verdienen weniger als einen Dollar am Tag. In Surat sind nach Recherchen von Terre des Hommes ein Viertel der Arbeiter Kinder. Sie fangen mit elf oder zwölf Jahren an zu arbeiten, einige schon mit sechs. „De Beers sagt, dass es sich um Probleme handelt, für die der Konzern nicht verantwortlich ist, die auf nationaler Ebene gelöst werden müssen“, sagt der Deutsche Gewerkschaftsbund.

Die „fair & green“-Diamanten schleift eine indische Kooperative von 12 Erwchsenen. Dank fairer Löhne und einer Gewinnbeteiligung von 15 Prozent können sie ihre Kinder in die Schule schicken. Wie auch die Liquobong-Minenarbeiter in Lesotho, die sogar 25 Prozent der Diamantengewinne erhalten. Der faire Schmuck ist trotzdem kaum teurer, da keine Zwischenhändler abkassieren, wie im konventionellen Handel. Aufgrund der schwierigen Marktlage trägt sich „fair & green“ finanziell allerdings noch nicht.

„Es lohnt sich trotzdem“, ist Thomas Siepelmeyer überzeugt. Ein englisches Paar bestellte kürzlich seine Eheringe via Internet. Weil es ihnen wichtig war, dass an den Ringen, mit denen sie ihre Liebe besiegeln, „kein Blut klebt“. „Als die zwei sich bei uns meldeten“, sagt Thomas Siepelmeyer, „da hab ich wieder geglaubt, dass unsere Arbeit Sinn macht.“

MIRA FELS


Glanz und Feuer ganz ohne Blut - und garantiert nicht aus Kinderhand

US-Juwelier John Almasi und der Wuppertaler Verein "Fair Trade" bieten saubere Diamanten bald auch in Deutschland an.

John Almasis Schmuckstücke funkeln, aber sie bringen auch die Augen der Lieferanten zum Leuchten. Während der herkömmliche Diamantenmarkt seinen Weg mit ausgebeuteten Schürfern pflastert und Kinder in Indien die Steine zum Billigtarif schleifen müssen, hat der US-Juwelier den fairen Handel mit Diamanten ins Rollen gebracht. Gemeinsam mit dem Wuppertaler Verein "Fair Trade" hat Almasi ein System der "marktgerechten Entlohnung" entwickelt. So erhalten die kleine Schürfergenossenschaft Liquobong in Lesotho und die Surat Workers Diamond Industrial in Indien insgesamt 40 Prozent vom Reingewinn.

Neu ist dieses Prinzip nicht, aber bisher wird es genutzt, um Agenten zu bezahlen. Da der Wert eines Diamanten erst nach dem Schleifen erkennbar ist, kauft der Händler den Stein vorläufig für einen marktnahen Preis und führt am Ende eine festgelegte Gewinnbeteiligung an den Vermittler ab. Diesen Agenten gibt es im fairen Handel nicht. Almasi zahlt direkt an die Schürfer und Schleifer: 25 Prozent gehen nach Lesotho, 15 Prozent nach Indien. Die ersten Produkte haben ihre Abnehmer bereits gefunden.

Und was erzählt Almasi seinen Kunden? "Ich erkläre ihnen die faire Art des Umgangs mit den Minenarbeitern und Schleifern. Über den herkömmlichen Weg sage ich nichts." In seinen Schmuck- kästen funkeln auch Rubine und Saphire aus Tansania und Gold aus Bolivien. Alles fair gehandelte Rohmaterialien.

Das klingt nicht nach dem großen Geschäft, sondern nach sozialer Verantwortung, die von den Branchenriesen abgelehnt wird. Weder De Beers noch seine zentralen Verkaufsorganisationen seienbereit, über die "Kinderarbeit in der indischen Diamantenindustrie" zu sprechen, geschweige denn Verhandlungen zu führen. "De Beers verweist darauf, dass es sich um Probleme handelt, für die sie nicht verantwortlich seien und die auf nationaler Ebene gelöst werden müssten", erklärt dazu das Bildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Die Millionenstadt Surat gilt als Zentrum der indischen Diamantenindustrie. Dort werden alle Größen unter einem Karat geschliffen. Rund 16 Stunden pro Tag ohne Wochenende und Urlaubsanspruch schuften dort nicht nur Männer - ein Viertel der Arbeiter sind Kinder. Nach nur drei bis vier Jahren Schule sind sie gezwungen, zum Familieneinkommen beizutragen. Die Rahmenbedingungensind katastrophal: schlechtes Licht, unzureichende Belüftung und aggressive chemische Mittel. Haut- und Schleimhautverätzungen, Seh- und Nierenfunktionsstörungen, Tuberkulose, Atemwegserkrankungen und Haltungsschäden zwingen die meisten bereits nach 15 Jahren in den "Vorruhestand".

Für das faire Diamantenprojekt kam nur eine Genossenschaft ohne Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung in Frage. Auch das Recht auf kollektive Verhandlungsführung und Gewerkschafts- freiheit musste zugesichert werden. Die Surat Workers erfüllen diese Voraussetzungen, aber ihnen fehlte die behördliche Genehmigung. Streng genommen durfte die kleine Produzentengruppe vorerst weder Rohdiamanten ins Land holen, noch geschliffene ausführen. Und trotzdem sind die ersten Diamanten bei Almasi in Salon Gems im US-Bundesstaat Florida angekommen.

30 traditionelle Rundhütten schmiegen sich an den Hang. Ein einziger Wasserhahn wird aus dem nahen Bach gespeist. Strom gibt es nicht. Drei Diamantenfundstätten stehen der Liquobong- Genossenschaft in Lesotho zur Verfügung: Hauptmine, Satellit und so genannte Verbindungsrisse. Aber nur im Satelliten können die Bergleute nach den wertvollen Steinen graben. Für den Abbau der Hauptmine fehlen den Schürfern die Maschinen.

Seit etwa 30 Jahren arbeiten hier 74 Frauen und 15 Männer. Das Durchschnittsalter liegt bei 65 Jahren. Nachwuchs, fürchtet Martin Kunz vom Wuppertaler Verein, wird es nicht geben. "Die Jüngste ist Mitte 40. Auch eine kleinere Gruppe wird noch eine Weile weiterarbeiten können." Vorerst ist der Nachschub an Rohdiamanten also gesichert, aber langfristig müssen Almasi und der engagierte deutsche Verein sich nach neuen Bergleuten umsehen. Die gibt es - in Sierra Leone zum Beispiel. Allerdings vereitelt derzeit noch die politische Situation dort ein faires Engagement.

Bisher können nur Almasis Kunden in Florida zwischen herkömm- lichen und fair gehandelten Edelsteinprodukten wählen. Aber schon in Kürze wird in Westfalen ein deutscher Partner an den Markt gehen. Und dann glitzern sie auch hier. Sicherlich nicht anders als die traditionell produzierten Diamanten - aber so mancher Besitzer kann mit ruhigerem Gewissen mit ihnen um die Wette strahlen.

Quelle: Chris Linke, Frankfurter Rundschau, 09.02.2001


Fairer Handel mit Edelmetallen und Edelsteinen

Die Gewinnung von Gold und Edelsteinen ist heute weltweit durch hohe soziale und ökologische Kosten gekennzeichnet. [Weiter zu Geo.net]

Quelle: Geo.net Commodities, 09.10.2002




ZeitOnline: Dieses Gold glänzt grün

 

http://www.zeit.de/lebensart/mode/2012-07/oeko-schmuck-umweltschutz

 

 


WeltOnline: Gold muss nicht schmutzig sein

 

http://www.welt.de/print/wams/nrw/article13863985/Gold-muss-nicht-schmutzig-sein.html

 


natur + kosmos Oktober 2009 - das Magazin fĂĽr Natur, Umwelt, nachhaltiges Leben

www.natur.de/scripts/basics/natur/news/basics.prg


taz.de: Es gibt auch gutes Gold

www.taz.de/!90032/


MĂĽhsam ist das Goldsieben - taz, 21.7.2012

www.taz.de/Sauberes-Gold/!97753/



börse-online.de:

www.boerse-online.de/leseraktionen/leserfragen/aktien/:Leserfrage--Wo-gibt-es-nachhaltig-produzierte-Edelmetalle/624469.html

 


neues-deutschland.de (14.3.2012):

www.neues-deutschland.de/artikel/221234.schuerfen-aber-fair.html

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